01.06.2017 Verletzungsrisiko gleich Null: Implanter Pens in der FUE

Vor Kurzem ist meine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema Nutzung der Implanter in der FUE Haartransplantation als Artikel in der Fachzeitschrift Hair Transplant Forum International erschienen.

Implanter oder Implanter pens (Implanterstifte) wurden von einem koreanischen Haartransplantations-Spezialisten vor über 25 Jahren erfunden und dienen dazu, die entnommenen Haarwurzeln sanft und ohne Druck wieder einzupflanzen. Es sind Stifte mit einer offenen Nadelspitze, in welche die zarten Transplantate hineingelegt und von dort aus eingepflanzt werden.

Asiatische Spezialisten verwenden Implanter in Haartransplantationen seit vielen Jahren und mit grossem Erfolg. In anderen Weltregionen waren die Ärzte wie auch die Patienten diesem Instrument gegenüber lange skeptisch. So glaubten erst viele, dass man mit diesem Instrument die Transplantate in die Kopfhaut 'vergrabe' - ungeachtet der Tatsache, das die meisten Implanter über eine Tiefenkontrolle verfügen, die dies verunmöglichen. Erst mit der Verbreitung der FUE Technik verschwand die Skepsis, denn Implanter sind für das Einsetzen der kleineren, besonders zarten FUE Transplantate wie geschaffen. Der Implanter erlebt heute einen regelrechten Hype.

Ein ganz besonders schlimmer Verdacht blieb aber hängen, nämlich dass die empfindlichen Transplantate  beim Laden in die Implanternadel 'gequetscht' und so zerstört würden. Belege für diesen Verdacht - oder auch für die heutzutage modischen Lobgesänge auf die Schutzwirkung der Implanter gab es bisher keine.

Unsere Untersuchung  nun zu einem guten Teil behoben. Wir gingen der Frage nach, ob die Nutzung der Implanterstifte die zarten FUE Implantate verletzt. Die Antwort ist klar NEIN.

Mit einem Mikroskop haben wir während FUE Haartransplantationen rund 500 Grafts jeweils vor und nach der Einpflanzung mittels Implanter aus verschiedenen Winkel fotografiert und die rund 3500 Aufnahmen sorgfältig untersucht. Das Resultat unserer Qualitätskontrolle ist eindeutig: Das Risiko, dass ein FUE-Graft durch die Anwendung des Implanter verletzt wird, liegt maximal im Promillebereich. Die Grafts bleiben in 99.5% der Fälle völlig intakt, Quetschungen, wie sie  in der FUE Haartransplantation nach Pinzettenimplantationen häufig sind, konnten wir überhaupt gar keine beobachten.

Damit ist neben dem schon früher widerlegten Mythos, dass die Grafts mittels Implanters in die Kopfhaut 'vergraben' würden, jetzt auch der Mythos widerlegt, dass die Grafts in die Implanternadel 'hineingequetscht' werden.

Wie so oft in der Haartransplantation lag das Problem in der falschen Anwendung und nicht an der Technik selbst.  Zu dieser Überzeugung bin ich bereits vor 7 Jahren gelangt, und habe schon über 1 Million Transplantate mit diesem Instrument im Rahmen von FUE Haartransplantationen eingepflanzt. Die Ergebnisse meiner Haartransplantationen sprechen für sich.